Wer Handwerker benötigt, muss sich auf lange Wartezeiten einstellen

7. Juli 2017

Der Bauboom sorgt dafür, dass nicht genügend Handwerker vorhanden sind. Wer einen Handwerker benötigt, muss bis zu zehn Wochen auf einen Termin warten.

Hohe Auftragslage im Handwerksbereich

Wenn Sie gerade ein Bau- oder Renovierungsprojekt in Angriff nehmen möchten, dann müssen Sie sich in Geduld üben. Denn die Handwerksbetriebe haben allerhand zu tun und kommen kaum noch mit den Aufträgen hinterher. Daher sollten Sie rechtzeitig nach einem geeigneten Handwerker bzw. Handwerksfirma Ausschau halten. Wenn Sie sich rechtzeitig darum kümmern, können Sie die Wartezeit eingrenzen.

Laut eines aktuellen Konjunkturberichts des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) war 2016 ein Rekordjahr für das Handwerk. Der ZDH hat zwar noch keine aktuellen Zahlen für das vergangene Jahr, allerdings waren steigende Umsätze zu verzeichnen. Die Mehrzahl der befragten Betriebe äußerten sich positiv. So gaben im Rahmen einer Umfrage des ZDH 94 % der Unternehmen an, dass die Geschäfte entweder gut oder zufriedenstellend seien.

Da die Handwerksbetriebe viele Aufträge haben, bedeutet dies für die Kunden in der Regel eine frustrierende Wartezeit. Besonders bei Bau- und Ausbauarbeiten könne die Wartezeit für einen Termin bis zu zehn Wochen betragen. In dringenden Fällen, d. h. bei Notfällen, werden Nothilfen oder kleine Aufträge häufig auch kurzfristig erledigt. Für alle anderen Baumaßnahmen ist es allerdings empfehlenswert, sich etwa rund drei Monate vorher auf die Suche nach einem geeigneten Handwerker zu machen.

Fachkräftemangel: Ursache der langen Wartezeiten

Der Immobilienboom sorgt dafür, dass besonders in den Ballungszentren viel gebaut wird. In ganz Deutschland stieg die Zahl der Baugenehmigungen auf rund 375.600, was einer Erhöhung um etwa 60.000 entspricht. Gemäß den Angaben des Statistischen Bundesamts nehme auch die Anzahl der Sanierungen zu. Neben den steigenden Wartezeiten werden auch steigende Preise erwartet, da die Zahl der Betriebe vor allem im Bausektor ständig abnehme. Laut des ZDH wäre mit ausreichenden Fachkräften und Auszubildenden in 2016 sogar ein noch höheres Wachstum denkbar gewesen. Da sich aber viele Schulabgänger für ein Studium entscheiden und auch der demografische Wandel eine entscheidende Rolle spielt, sind Lehrlinge in bestimmten Bereichen — wie beispielsweise bei den Heizungsbauern — schwerer zu finden und ausscheidende Betriebe haben zudem Schwierigkeiten einen passenden Nachfolger zu finden.