Ende von vollständig kreditfinanzierten Immobilien im Gespräch

Jinny Verdonck

1. September 2017

Nach dem Ende der Übergangsfristen der Wohnimmobilienkredit-Richtlinie der EU, wurde bereits vor einigen Wochen bekannt, dass es für junge Menschen und Geringverdiener immer problematischer wird, einen Immobilienkredit aufnehmen zu können. Nun droht eine Verschärfung der Situation, denn eine Obergrenze für Kredite ist im Gespräch. 

Die Idee hinter einer Obergrenze für die Beleihung von Immobilien

Es gibt bereits Länder wie beispielsweise Irland und die Niederlande, in denen die Vergabe von Krediten stärker reglementiert ist als bei uns. Nun will die Bundesregierung diesem Beispiel eventuell folgen. Einer der Hauptgründe hierfür ist der Wunsch, das Risiko einer Immobilienblase zu senken. Hierfür soll zunächst ein Wohnkreditregister aufgebaut werden, dem entnommen werden kann,
  • welche Kredithöhen im Vergleich
  • zu welchen Immobilienwerten
aufgenommen werden. Im Anschluss daran wird es wahrscheinlich rechtliche Regelungen geben, die es der Finanzdienstleistungsaufsicht oder Bundesregierung ermöglicht, Obergrenzen für Immobilienkredite - abhängig vom Immobilienwert - zu schaffen.

Probleme von derartigen Kreditobergrenzen

Experten wie Prof. Dr. Peter Rasche, der Vorsitzende des Eigentümerverband Haus & Grund Rheinland sieht in diesen Regelungen eine mögliche Benachteiligung vieler Bauherren. Eigenkapital ist ohne Frage sicher für Häuslebauer, um Risiken zu senken - aber gerade junge Familien oder junge Akademiker wie Ingenieure, Juristen und Ärzte verfügen darüber eben nicht. Letztere haben allerdings ein hohes Einkommen direkt zu Beginn ihres Berufslebens. Nach Ansicht des Verbandsdirektors Erik Uwe Amaya könnten eben jene Menschen eigentlich problemlos ein Haus auch mit geringem Eigenkapital und Kredit finanzieren. Doch Obergrenzen von 20 oder 40 Prozent würden es deutlich erschweren, Wohnimmobilien zu erwerben.