Ende 2022 kommt die Zertifizierungspflicht für Hausverwalter

Jinny Verdonck

26. August 2021

Die Reform des Wohnungseigentumsgesetzes (WEG) sieht eine Zertifizierungspflicht für Hausverwalter vor. Bis Dezember 2022 besteht noch eine Übergangsfrist. Nach dieser Frist haben Wohnungseigentümer das Recht, einen zertifizierten Hausverwalter zu verlangen. Somit ist dann kein Mehrheitsbeschluss der Eigentümerversammlung mehr notwendig, d. h. ein einzelner Eigentümer ist in der Lage, einen Verwalter abzulehnen.

Das Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz schätzt, dass hierzulande etwa 28.500 Angestellte von dieser neuen Regelung betroffen sind. Das Ministerium arbeitet noch an einer entsprechenden Rechtsverordnung, in der sowohl der Ablauf als auch die Inhalte der Prüfung bestimmt werden sollen. Bislang besteht lediglich ein Verordnungsentwurf. 

Die IHK Frankfurt hat gemeinsam mit der Akademie für Finanzberatung Going Public sowie dem Verband der Immobilienverwalter Deutschland (VDIV) den Lehrgang namens „Fachmann/Fachfrau für Wohnimmobilienverwaltung” im Angebot. 

Klimafreundlichkeit ist ein wichtiges Thema bei Hausverwaltern

Verwalter sind bereits jetzt verpflichtet, innerhalb von drei Jahren eine Weiterbildung in Höhe von 20 Stunden zu absolvieren. Viele erkundigen sich derzeit darüber, wie E-Ladestationen installiert werden. Darüber hinaus erfreuen sich bei den Hausverwaltern auch Online-Seminare zum CO2-Preis sowie über klimafreundliche Sanierungen immer größerer Beliebtheit. 

Der VDIV möchte wissen, welche Themen für Hausverwalter wichtig sind und führt daher aktuell eine Online-Umfrage durch. Die Umfrageteilnehmer werden gebeten, Angaben über bisherige Weiterbildungen zu machen sowie ihren Wissensstand über Digitalisierung, Sanierungen, kaufmännische Kenntnisse und weitere Themen einzuschätzen. Gemäß den Ergebnissen dieser Umfrage soll dann bei Bedarf eine Anpassung die Lehrgänge und Prüfungsinhalte erfolgen.