Die Immobiliennews in Kürze - November 2020

Jinny Verdonck

2. November 2020

Die Kosten für das Bäumefällen gehören nicht zu den umlagefähigen Betriebskosten

Vermieter haben die Möglichkeit, die Kosten für die Gartenpflege im Allgemeinen mittels der Betriebskostenabrechnung auf ihre Mieter umzulegen. Mehrere Amtsgerichte haben jedoch geurteilt, dass die Kosten für einen Holzfäller nicht umgelegt werden können.

Während die Kosten für die Pflanzenpflege zu den laufenden Kosten gehören, ist dies beim Fällen von Bäumen nicht der Fall. Diese fallen üblicherweise unter den einmaligen Kosten, wodurch die Ausgaben für den Holzfäller nicht in der Betriebskostenabrechnung umgelegt werden können. Nach Ansicht des Amtsgerichts Leipzig muss der Mieter sich nicht an diesen Kosten beteiligen (AG Leipzig Urteil v. 14.4.2020; Az.: 168 C 7340/19). 

 

Überbelastung durch Wohnkosten nimmt hierzulande ab

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts (Destatis) betrug die Zahl der Menschen, die in Deutschland durch ihre Wohnkosten überlastet sind, im letzten Jahr 11,4 Millionen. Das entspricht 14 % der Bevölkerung.

Demnach nimmt Deutschland im europaweiten Vergleich den 4. Platz ein (nach Griechenland mit 36,2 %, Bulgarien mit 16 % und Dänemark mit 15,6 %). Die Überbelastungsquote ist jedoch hierzulande seit 2014 um 2 % gesunken. Gemäß Destatis wird von einer Überbelastung gesprochen, wenn ein Haushalt über 40 % seines zur Verfügung stehenden Einkommens für das Wohnen ausgeben muss. Dabei spielt es keine Rolle, ob die jeweiligen Haushaltsmitglieder im Eigentum oder zur Miete wohnen.

 

Berliner Mietendeckel: Steigende Wohnungsnachfrage, geringes Angebot

Binnen einem Jahr verzeichnet Berlin eine stark gestiegene Nachfrage für Wohnungen, die unter den Mietendeckel fallen. Das Angebot ist jedoch gering, wie ImmoScout24 analysiert hat.

Untersucht wurden die Berliner Angebotsmieten im Zeitraum von September 2019 bis September 2020. Das Ergebnis: Es wurden 41,5 % weniger Mietwohnungen inseriert. Auf das geringe Angebot kam jedoch eine hohe Nachfrage. In Berlin erhielt im September jedes Wohnungsinserat 172 % mehr Kontaktanfragen als noch im Vorjahresmonat.

Ganz anders sieht es hingegen in den anderen sechs deutschen Top-Städten aus, denn in München, Stuttgart, Düsseldorf, Köln, Frankfurt am Main und Hamburg hat die Analyse einen Anstieg der inserierten Mietwohnungen um rund einem Drittel verzeichnet.