Bestandseigentumswohnungen: große Nachfrage, geringes Angebot

17. September 2017

Der Transaktionsmarkt für Eigentumswohnungen blüht. Während die Umsätze wachsen, kommen die Verkaufszahlen zum Stillstand. Der Neubausektor verzeichnet höhere Verkaufszahlen, der Verkauf von Bestandswohnungen hingegen verläuft aufgrund des mangelnden Angebots schleppend. Was die Städte angeht, so ist Berlin in Bezug auf den Umsatz noch immer Spitzenreiter, aber auch Leipzig hat ein großes Wachstum verzeichnen können. Das sind einige der Untersuchungsergebnisse des von Accentro durchgeführten Wohneigentumsreport 2017. Zugrunde liegen die Zahlen der Gutachterausschüsse, die aus dem Jahr 2016 stammen.

Zwar nahmen die Verkaufszahlen bei den Bestands- und Neubaueigentumswohnungen im Vergleich zum Vorjahr um 0,6 % ab, allerdings wird dieser Rückgang durch die steigenden Verkaufspreise wieder kompensiert. Verglichen mit dem Vorjahr sind die Umsätze nämlich um 7,1 % gestiegen.

In Berlin sind die Verkaufszahlen verglichen mit dem Vorjahr zwar um 7,4 % gesunken, jedoch weist die deutsche Hauptstadt von allen Metropolen in Deutschland trotzdem mit Abstand die höchsten Verkaufszahlen auf. Düsseldorf hat es mit einem Transaktionsanstieg um 10,9 % im Vergleich zum Vorjahr wieder in die TOP 10 Städte mit der größten Anzahl an Verkäufen geschafft. Leipzig sticht besonders heraus, da diese Stadt in den letzten zehn Jahren einen Anstieg um ganze 91,9 % verzeichnen konnte, nämlich von 2.542 verkauften Wohnungen in 2006 auf 4.877 Wohnungen in 2016.

Anstieg bei den Neubauverkäufen

Obwohl die Transaktionszahlen alles in allem stagnieren, konnten die Neubauverkäufe im letzten Jahr verglichen mit 2015 ein erhebliches Plus verzeichnen. Im Vergleich zu 2015 verzeichnete das Jahr 2016 einen 14,5-prozentigen Zuwachs an verkauften Neubaueigentumswohnungen. In Berlin wuchs die Zahl der veräußerten Neubaueigentumswohnungen um 7,7 %. Von 2015 auf 2016 stieg der Umsatz in den sieben Topstandorten Deutschlands um 6,9 %, während in den 20 größten deutschen Städten ein Plus von 6,5 % registriert wurde. Besonders Düsseldorf und Frankfurt konnten von den deutlich erhöhten Neubauverkäufen profitieren: Frankfurt erzielte ein Plus von 30 % und Düsseldorf von 94,3 %.

Enormer Preiszuwachs von 2006 bis 2016

Berlin konnte im Zehnjahresvergleich einen deutlichen Zuwachs der Preise feststellen. In der deutschen Hauptstadt ist der durchschnittliche Preis pro veräußerte Wohnung von 2006 auf 2016 um 160,3 % gewachsen. Aber auch die deutschen Großstädte konnten allesamt in den letzten zehn Jahren ein Plus um durchschnittlich 52,6 % vernehmen. In den TOP Sieben Standorten wurde sogar ein Anstieg um 96,7 % registriert.

Es werde ein kontinuierlicher Zuzug in die Städte erwartet. Laut des Wohneigentumsreport 2017 wohnte im Jahr 2016 beinahe jeder dritte Einwohner der Bundesrepublik Deutschland in den 82 deutschen Großstädten. Die Großstädte erlebten einen Zuwachs um mehr als 370.000 Menschen. Für Berlin erwartet das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln bis zum Jahr 2035 einen Anstieg der Bevölkerung auf über 4 Millionen Einwohner, für München auf über 1,65 Millionen und für Frankfurt auf über 800.000 Menschen.

Das Immobiliendarlehen ist aktuell günstig, dennoch ruht die Wohneigentumsquote hierzulande bei 45 %. Der effektive Jahreszins für Kredite für den Wohnungsbau betrug im Jahr 2016 zwischen 1,67 % und 2 %, was verglichen mit 2015 sogar vorteilhafter war (2015: 1,84 % bis 2,22 %).