Barrieren bremsen das Potenzial des Mieterstroms

7. Juli 2017

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) hat das Unternehmen Prognos und die Kanzlei Boos Hummel & Wegerich beauftragt, eine Studie zum Thema Mieterstrom durchzuführen.

Die Studie hat herausgefunden, dass in der gesamten Bundesrepublik insgesamt etwa 3,8 Millionen Wohnungen mit Mieterstrom versorgt werden könnten. Mit anderen Worten: 18 Prozent des Mietwohnungsbestands könnten vom Mieterstrom profitieren. Allerdings werden dem Mieterstrom auch Steine in den Weg gelegt.

Scheitert Mieterstrom an der Bürokratie?

Zwar wird Mieterstrom auf indirekte Weise besonders gefördert, allerdings hat die Studie auch diverse Hürden ans Licht befördert, die dazu führen, dass es für verschiedene Gruppen nicht lohnenswert ist, das volle Potenzial vollständig auszuschöpfen. So stehen den Vermietern, Gebäudeeigentümern, Energiedienstleistern usw. neben rechtlichen Hemmnissen auch administrative und organisatorische Hürden im Weg. Dazu zählen beispielsweise die EEG-Umlage über Strom- und Gewerbesteuer, erweiterte gesellschaftsrechtliche und organisatorische Anforderungen und auch das Energiewirtschaftsgesetz sorgt dafür, dass Energielieferanten Pflichten haben.

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)

Das EEG 2017 soll laut dem BMWi Staatssekretär Rainer Baake dafür sorgen, dass die Mieter in Zukunft beim Umsetzen der Energiewende stärker einbezogen werden und er sieht Mieterstrom als Baustein an, durch den der Photovoltaik-Ausbau einen Schub erhalten soll.

Der Wohnungsverband GdW setzt sich für eine zielgenaue Mieterstrom-Förderung ein und dafür, dass die Hürden aus dem Weg geräumt werden. Im Falle, dass die EEG erneut geändert werden müsse, sei wichtig, dass diese zusammen mit einer fertigen Verordnung für Mieterstrom in die Wege geleitet werde.

Was ist Mieterstrom?

Unter Mieterstrom versteht man Strom, der lokal produziert wird und direkt an die Mieter in Mehrfamilienhäusern oder gewerblichen Gebäuden geliefert wird. Direkt bedeutet, dass der Strom nicht über das öffentliche Stromnetz geleitet wird, da der Mieterstrom in unmittelbarer Nähe zum Mietgebäude produziert wird. Somit entfallen sowohl die Netznutzungsentgelte als auch Konzessionsabgaben.

Welche Vorteile hat Mieterstrom?

Da geringere Nebenkosten anfallen, ist ein Vermieter in der Lage, die Attraktivität seines Mietobjekts zu steigern. Gewerbliche Mieter können dank des Mieterstroms zudem ihre CO2-Bilanz verbessern.